Hugo Chávez entlarvt (Teil 3)

Ein Wahlberechtigter Venezolaner bei seiner Stimmabgabe 2006

Chávez kauft sich Stimmen, belügt die Bevölkerung und beutet sie aus

Dennizis unterstellt Chávez das seine Stimmen gekauft wären. Quellen gibt er (wie immer) nicht an. Wenn man sich einmal anguckt mit wie viel Prozent der Stimmen Chávez seine Wahlen gewinnt, dann muss er echt ziemlich viel Geld haben. Bei der Präsidentschaftswahl 2006 gab es folgendes Ergebnis:

Wahlergebnis 2006 (%)
Hugo Chávez: 62,87
Manuel Rosales: 36,88
Sonstige: 0,25 

Die Wahlbeteiligung lag bei 74,75%. (siehe) Vertreter der Linkspartei überwachten die Wahl und kamen zu folgendem Schluss:

1.die Wahlen friedlich und ohne Zwischenfälle abliefen; 
2.die Wahlbeteiligung mit ca. 75% massiv war; 
3.der CNE die Wahlen effizient organisiert und durchgeführt hat; 
4.die elektronische Wahl nahezu reibungslos funktionierte und das Wahlgeheimnis gewahrt wurde; 
5.eine hohe Sicherheit Standard war und das System (Fingerabdruck, elektronische Wahl und Fingerkennzeichnung) Doppelvoten vermied; 
6.das zivile Verhalten der Angehörigen von Polizei und Militär die Ordnung und Sicherheit bei diesen Wahlen garantierten. 

Unser Fazit: die Wahlen waren allgemein, frei, geheim, direkt, transparent und somit demokratisch.

(siehe)

Nicht nur die Linkspartei beobachtete die venezolanische Wahl. Insgesamt gab es 415 internationale Wahlbeobachter. Der Bericht einer Vertreterin von ”Amistad con Nicaragua” e.V. ist durchweg positiv. Übrigens war auch der Einsatz von Wahlcomputer sehr, sehr transparent. Der venezolanische Wähler erhielt dabei bei der Stimmenabgabe zwei Belege, mit denen er seine Wahl kontrollieren konnte und einen davon in die Wahlurne warf. 

Kommen wir nun zu Chávez’ angeblichen Lügen. Er proklamierte von Beginn an die “Bolivarische Revolution“. Die Kernpunkte dieser Revolution sind 

  1. nationale Unabhängigkeit
  2. Einigung Lateinamerikas oder zumindest Südamerikas
  3. politische Beteiligung der Bevölkerung durch Volksentscheide und Referenden
  4. ökonomische Eigenständigkeit
  5. eine Ethik des Dienstes am Volk
  6. gerechte Verteilung der umfangreichen Erdöleinnahmen
  7. Bekämpfung von Korruption

Laut Dennizis täuscht Chávez wissentlich die Bevölkerung, um so mehr Stimmen zu bekommen. So soll er ihnen beispielsweise leere Versprechungen machen.
Chávez versprach von Anfang an die Erdöleinnahmen gerecht unter der Bevölkerung zu verteilen. Vor allem sollte der Reichtum, durch das Öl, die Campesinos erreichen. Diese wurden vorher kategorisch “ausgeschlossen”. Bevor Chávez’ Wahl lebte ein Großteil der venezolanischen Bevölkerung in Armut, seit er Präsident ist hat sich die Lage allerdings extrem verbessert.

Anteil der in Armut lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung (%)
2002: 48,6
2005: 37,1
2006: 30,2

Anteil der in extremer Armut lebenden Personen an der Gesamtbevölkerung (%)
2002: 22,2
2005: 15,9
2006: 9,9

(siehe)

Da Zahlen alleine aber ja immer recht langweilig sind, möchte ich auch noch auf die atemberaubende Entwicklung Venezuelas in den letzten Jahren hinweisen. So sorgen unter anderem kubanische Ärzte für ein kostenloses Gesundheitssystem, die Alphabetisierung - auch älterer Menschen - wird gefördert und erst kürzlich wurde der Mindestlohn um 30% angehoben. Übrigens stiegen dadurch auch die, an den Mindestlohn gekoppelten, Renten in gleichem maße an und auch die Gehälter der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung stiegen um 30%. Der gesetzliche Mindestlohn liegt in Venezuela nun bei 558 Dollar, der höchste des gesamten Kontinents. Chávez selbst sagte dazu:

Das ist eine große finanzielle Belastung, aber Ihr habt es verdient. Das ist Gerechtigkeit, mehr nicht

Stellt sich die Frage: Woher kommt das ganze Geld? Irgendwie muss das ja schließlich alles finanziert werden. Die Antwort ist denkbar einfach: Es handelt sich um die Ölgelder.
Chávez verbot die Privatisierung der Ölindustrie, was letztendlich dazu führt, dass der Ölreichtum nicht mehr in die Taschen einer kleinen Gruppe von Menschen fließt, sonder in die Hände der Bevölkerung.
Nebenbei: Das ist sicherlich einer der Hauptgründe für amerikanische Aggressionen gegenüber Venezuela.

Zu guter Letzt noch ein paar Zahlen, denn sie zeigen das Chávez wirklich etwas verändert und eben nicht nur leere Versprechungen zu bieten hat.

Arbeitslosigkeit (%)
2004: 15,3
2005: 12,2
2006: 10,0
September 2007: 9,4

Devisenreserven d. Nationalbank (Mrd. Dollar)
2004: 23,5
2005: 29,6
2006: 36,7

BIP je Einwohner (Dollar)
2005: 5.427
2006: 6.736
Prognose 2007: 8.252
2008: 10.169

(siehe)

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One Response to “Hugo Chávez entlarvt (Teil 3)”

  1. tgfx Says:

    Die Erhöhung des Mindestlohns um 30 % ist für mich ein wenig Augenauswischerei, wenn gleichzeitig die Beamtenlöhne um 30 % erhöht werden und so viele Leute dort arbeiten (ich gehe jetzt davon aus dass Beamten dort auch nicht schlecht verdienen).
    Das ändert nichts an dem Armutsverhältnis.

    Alles andere scheint aber doch durchwegs posivit zu sein … !

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