Bewaffnete Revolutionen in Lateinamerika sind vorbei
abgelegt unter Politik am 11.06.2008 um 21:09 Uhr
Es gab immer wieder Kommentare zu einem Video mit Hugo Chávez, das ich bei YouTube eingestellt hatte, in denen man ihm unterstellte, die FARC bzw. bewaffnete Revolutionen zu unterstützen.
“Unterstützung” ist ein ziemlich weiter Begriff. Hugo hat die FARC niemals mit Waffen oder ähnlichem unterstützt.
Nun scheint es aber mit jeglicher Form der “Unterstützung” vorbei zu sein, denn laut Chávez gibt es im neuen Lateinamerika keinen Platz mehr für bewaffnete Revolutionen. Er forderte auch die FARC direkt auf, die Waffen niederzulegen und ihre Geiseln freizulassen.
At this moment in Latin America, an armed guerrilla movement is out of place [...] The guerrilla war is history
So Chávez in seiner wöchentlichen Fernsehsendung Aló Presidente. Und zur FARC sagte er:
I think the time has come for the Farc to free everyone they have in the mountains. It would be a great, humanitarian gesture in exchange for nothing. That is what I propose to the new [Farc] leader.
[via The Independent]



12.06.2008 um 20:22 Uhr
Ein ziemich überraschender Schwenk von Chavez, wohl selbst für die Venezuelaner. Hast Du eine Erklärung?
Wollte er etwa von den Bilderbergern eingeladen werden? - LOL
12.06.2008 um 21:09 Uhr
Was ihn plötzlich dazu bewegt … keine Ahnung. Vorallem da er ja ziemlich gut mit Castro befreundet ist, und selbst einmal eine “bewaffnete Revolution” anführte.
Nichtsdestotrotz könnte Chávez mit dieser Aussage dazu beitragen, dass Frieden in Kolumbien einkehren kann. Schließlich hat er einen “guten Draht” zur FARC, hat er doch schon des öfteren für die Freilassung von Geiseln gesorgt.