Posts Tagged ‘kolumbien’

Bewaffnete Revolutionen in Lateinamerika sind vorbei

11.06.2008, 21:09 Uhr — daniel

Es gab immer wieder Kommentare zu einem Video mit Hugo Chávez, das ich bei YouTube eingestellt hatte, in denen man ihm unterstellte, die FARC bzw. bewaffnete Revolutionen zu unterstützen.
“Unterstützung” ist ein ziemlich weiter Begriff. Hugo hat die FARC niemals mit Waffen oder ähnlichem unterstützt.

Nun scheint es aber mit jeglicher Form der “Unterstützung” vorbei zu sein, denn laut Chávez gibt es im neuen Lateinamerika keinen Platz mehr für bewaffnete Revolutionen. Er forderte auch die FARC direkt auf, die Waffen niederzulegen und ihre Geiseln freizulassen.

At this moment in Latin America, an armed guerrilla movement is out of place [...] The guerrilla war is history

So Chávez in seiner wöchentlichen Fernsehsendung Aló Presidente. Und zur FARC sagte er:

I think the time has come for the Farc to free everyone they have in the mountains. It would be a great, humanitarian gesture in exchange for nothing. That is what I propose to the new [Farc] leader.

[via The Independent]

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Hugo Chávez entlarvt (Teil 4)

26.05.2008, 20:08 Uhr — daniel

Flagge der Union Südamerikanischer Nationen

Hugo und die UNASUR

Die Union Südamerikanischer Nationen ist eine Staatengemeinschaft der 12 südamerikanischen Staaten. Der Gründungsvertrag wurde am 23. Mai 2008 in Brasilia unterzeichnet. Bei den 12 Mitgliedsstaaten handelt es sich um Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela.

Der Subkontinent werde dank der neuen Integrationsbemühungen einen «riesigen Sprung in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung» machen, versicherte er (Luiz Inácio Lula da Silva)

Schreibt man bei den Financial Times Deutschland, und es ist wahr: Diese Union kann ein großer Schritt für eine segensreiche Zukunft auf diesem Kontinent werden, denn Potenzen und Partner sind vorhanden. Nun müssen nur noch Konzepte und handlungsfähige Strukturen geschaffen werden.

Es stellt sich allerdings die berechtigte Frage wie die Einbindung Kolumbiens zum Vorteil genutzt werden kann. Denn bereits jetzt schießt Uribe quer. Der geplanten gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik steht der kolumbianische Präsident kritisch gegenüber, was dann auch dazu führte das Kolumbien am vergangenen Mittwoch erklärte diesem “Sicherheitsrat” nicht beitreten zu wollen. Allerdings soll dieses Thema während eines weiteren Gipfels ausgearbeitet werden und dann, falls es soweit kommt, auch ohne Kolumbien unterzeichnet werden, da es dafür einen breiten Konsens gibt.

Aber sind wir doch mal ehrlich, hätte man von der amerikanischen Puppe Uribe etwas anderes erwartet? Derzeit steht doch alles auf Eskalation: kolumbianische Truppen überschreiten kontinuierlich die ecuadorianischen beziehungsweise venezolanischen Grenzen, amerikanische Flugzeuge auf Abwegen usw. (siehe)
Führt man sich jetzt noch vor Augen das Bogotá alleine im letzten Jahr ca. 727 Millionen US-Dollar Militärhilfe aus Washington erhielt, dann wird Kolumbiens Haltung nochmals deutlicher. (siehe)
Die kolumbianische Staatsführung ist de facto die letzte wirklich US-nahe in dieser Region.

Auch wenn die UNASUR nach dem Vorbild der Europäischen Union gestaltet werden soll, scheint sie nichts mit der EUCCP gemeinsam zu haben, denn die UNASUR kann wirklich ein Segen werden - sofern sie sich nicht instrumentalisieren lässt.

Übrigens scheint man sich in Washington wirklich zu fürchten, denn - wie bereits gesagt - ist eigentlich nur noch Kolumbien US-nah. Die restlichen Mitgliedsstaaten scheinen sich mehr und mehr gegen das US-Imperium zu wenden.
Bezeichnend für die Furcht ist, dass die 4. US-Flotte wieder ausgegraben wird. Diese wurde im Jahr 1943 zur Bekämpfung der Nazi-Unterseeboote und zum Schutz der Schifffahrt während des Zweiten Weltkrieges gegründet und 1950 wieder außer Betrieb genommen, da sie überflüssig geworden war. (siehe)
Neues Ziel ist es:

Den Terrorismus und solche unerlaubten Tätigkeiten wie den Drogenhandel zu bekämpfen

Hört sich irgendwie nett an. Terrorismus, der  meistens von den Amerikanern “gemacht wird”, und Drogenhandel, in den die USA tief verwickelt sind, werden als Gründe vorgeschoben. In Wirklichkeit will man nur eine klare Botschaft an die Region (und vorallem Venezuela) übermitteln.
Die Botschaft an Chávez wird dabei noch durch einen möglichen vierten US-Militärstützpunkt in La Guajira verstärkt, denn La Guajira liegt praktisch direkt vor Hugos Nase. (siehe)

So gesehen tun also alle Lateinamerikanischen Staaten gut daran, sich in einer solchen Union zusammenzufinden, denn amerikanische “Aggressionen” gegenüber diesem Kontinent sind praktisch schon vorprogrammiert. Spätestens seitdem sich immer mehr Regierungen von den USA abwenden beziehungsweise entfernen.
Hoffen wir also das die UNASUR nicht solche Züge wie die EU annimmt. 

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ZDF heute journal frisiert sich Kolumbien schön

19.05.2008, 20:44 Uhr — daniel

Direkt zu beginn des Beitrags versucht man dem Zuschauer zu suggerieren, der Bürgerkrieg in Kolumbien sei vorbei und Deutschland wäre jetzt so nett und unterstütze die Aufarbeitung. Das die “Schatten der Vergangenheit” noch so lebendig sind, liegt daran das sie eben noch nicht Vergangenheit sind.
Erst kürzlich drangen beispielsweise kolumbianische Armeeeinheiten fast zwei Kilometer in ecuadorianisches Territorium ein, um dort eine Gruppe von FARC-Rebellen ins Visier zu nehmen. Dabei wurden Raul Reyes und 16 weitere Kämpfer getötet. Reyes war nach Angaben der kolumbianischen Regierung die Nummer zwei in der Hierarchie der FARC.
Es stimmt schon das ein paar Zehntausend “Guerillas und Paramilitärs” die Waffen niedergelegt haben, nützt nur leider den armen Teilen der Bevölkerung nichts, von wo aus der größte Widerstand kommt.

Es ist eben doch eine Amnestie für Regierungsverbrecher. Wer als regierungstreuer Verbrecher einen Teil des mit der CIA verdienten Drogengeldes an eine von Regierungsverbrechern kontrollierte Stiftung zahlt, wird praktisch nicht bestraft. Der vor allem aus armen Leuten bestehende Widerstand gegen die Marionettenregierung der USA hat davon gar nichts, denn die können sich den Freikauf nicht leisten. Die Regierung verteilt dann die Gelder an gute Kumpels.

Schreibt man bei mein-parteibuch.com, zu einem ähnlichen Tagesschau-Artikel. Ich frage mich wirklich wie man allen ernstes suggerieren will, dass der Bürgerkrieg dort vorbei ist …

Dann heißt es, dass Deutschland dazu beiträgt die Demokratie im Lande zu stärken. Ich weiss nicht, hat sich irgendwas an der Definition von “Demokratie” geändert?Gehört Bestechung jetzt dazu?
Und natürlich ist es kein Zufall das der Pro-USA Kandidat Uribe 2006 “wiedergewählt” wurde, schließlich ist Kolumbien eine der wichtigsten Drogenquellen der CIA. Dieser derStandard-Artikel ist da bezeichnend.

Kleine Anmerkung am Rande: Warum muss Merkel nach Kolumbien, um zu merken “wie schwach Demokratie sein kann”? In Deutschland gibt es davon doch wenigstens genau so wenig wie in Kolumbien.

Dann sagt Merkel man wolle den “kolumbianischen Weg” unterstützen. Die Ermordung von Oppositionellen durch “Terrorschwadronen” der Regierung ist also unterstützungswürdig?

Zu dem Schenkelklopfer am Ende (Deutschland kann zum Rechtsstaat Kolumbien beitragen), muss ich wohl nichts schreiben …

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