Revolution Freiheit statt Demokratie! (Hans-Hermann Hoppe)

21Oct/090

Geldnachfrage und die Zeitstruktur von Produktion

The Demand for Money and the Time-Structure of Production

The classical economists rejected the notion that the supply of and demand for money had any systematic impact on aggregate wealth. According to Adam Smith, the true factors determining economic growth were the division of labor and capital accumulation — real, not monetary factors. Austrian economists have always cherished and held on to these central insights, yet they have nuanced them in several respects. Most notably, Menger and Böhm-Bawerk have introduced the time dimension into the theory of capital, showing among other things the classical wage fund theory to be inaccurate in important respects. Similarly, Mises stressed that money is not neutral. While the supply of money and the demand for money have no systematic impact on aggregate growth, these forces do affect the distribution and allocation of resources. They shape the type and relative quantities of goods being produced. In short, they determine the structure, though not the level of production.

The purpose of present paper is to analyze the impact of the demand for money on the pure rate of interest, and thus on the time structure of production. Conventional Austrian monetary theory holds that while the supply of money does have a systematic impact on the rate of interest, the demand for money does not. The latter is, so to say, "time-neutral." We will criticize this contention and proceed as follows: After a reminder of some basic concepts (section II), we will briefly restate the traditional Austrian analysis of the time dimension of the money relation (section III), and then offer a critique, stressing that the demand for money is not time neutral in the case of natural money, whereas it is in the case of fiat money (section IV). Finally we shall discuss some implications of our findings (section V).

Aufgrund Zeitmangels leider wieder nur der Verweis auf einen Artikel von Jörg Guido Hülsmann.

17Oct/090

Zehn große ökonomische Mythen

Heute möchte ich nur schnell auf einen von Rothbards großartigen Artikeln verweisen: "Ten Great Economic Myths"

Our country is beset by a large number of economic myths that distort public thinking on important problems and lead us to accept unsound and dangerous government policies. Here are ten of the most dangerous of these myths and an analysis of what is wrong with them. [...]

12Oct/090

CDU und FDP wollen Großkonzerne notfalls zerschlagen

Die Financial Times Deutschland schrieb bereits gestern:

Union und FDP wollen die neue Bundesregierung ermächtigen, Großkonzerne notfalls zu zerschlagen. Die Wirtschaftspolitiker der Parteien haben in ihren Koalitionsverhandlungen vereinbart, dass große Unternehmen in letzter Konsequenz damit rechnen müssen, zugunsten von mehr Wettbewerb vom Staat zurechtgestutzt zu werden.

CDU und FDP haben also ganz offensichtlich Angst vor Größe. Aus ökonomischer Sicht ist das nicht ganz nachzuvollziehen, denn welche Möglichkeiten hat ein Konzern, zum "Großkonzern" zu werden? Er muss seine Kunden zufrieden stellen, sprich Qualität und Preis müssen stimmen, und/oder er muss innovativ sein. Sind das wirklich Eigenschaften, die man fürchten muss?

Alle Probleme, die Union und FDP in Großkonzernen sehen, entstehen erst durch staatliche Intervention. Auf einem freien Markt sind Kartelle und Monopole nur kurzlebig, was sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat. Das liegt vor allem daran, dass jedem Unternehmer der Zutritt zu einem Produktionsweg offen steht. Erst der Staat kann Unternehmern den Zutritt verwehren - auf unterschiedlichste Art und Weise - und dem Konsumenten somit ein Monopol aufzwingen. Bei marktbeherrschenden Unternehmen sind diese aufgezwungenen Monopole übrigens sehr beliebt, da sie auf diese Weise die Preise am effizientesten erhöhen können. Aber das nur nebenbei.
Wie immer ist die Lösung als auch hier: Weniger statt mehr Staat!

Einen interessanten Vortrag zum Thema "Monopolstellung und Wettbewerb" hielt Thomas DiLorenzo bei der Mises University 2009:

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9Oct/090

Libertäre Gedanken: Geistiges Eigentum

Aufgrund akuten Zeitmangels nur ein Video.

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In diesem Vortrag führt Stephan Kinsella aus, wieso Geistiges Eigentum kein Eigentum ist und wieso die Idee an sich unvereinbar mit libertären Grundsätzen ist.

29Sep/090

Kalkulation und Sozialismus

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Joseph T. Salerno hielt bei der Mises University 2009 einen Vortrag über die Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung in einem sozialistischen Wirtschaftssystem und die unausweichlichen Folgen dieser Tatsache. Salernos Vortrag basiert auf Ludwig von Mises' "Die Wirtschaftsrechnung im Sozialistischen Gemeinwesen".

Der Vortrag dauert knapp eine Stunde, danach kann man es aber vermutlich mit jedem sozialistischen (Gegen-) Argument aufnehmen ;)

27Sep/090

Papiergeld: Wie entsteht Geld?

Goldmünzen

Stellen wir uns einmal vor, das alle Menschen identisch sind und das jeder die exakt gleichen Ressourcen zum verarbeiten vorfindet. In solch einer Situation können wir davon ausgehen, dass jede Person die gleichen Produkte in gleicher Anzahl und Qualität herstellt und das die Produkte auch in gleicher Weise ge- beziehungsweise verbraucht werden. Offensichtlich gäbe es für ein Individuum nicht den geringsten Grund überhaupt über die Möglichkeit des Handelns nachzudenken, denn warum sollte man ein identisches Gut gegen an anderes identisches Gut eintauschen?

Wir stellen also fest, das Unterschiede existieren müssen, damit es zu Arbeitsteilung kommt. Sprich es muss Unterschiede zwischen Individuen, zur Verfügung stehenden Ressourcen oder beidem geben. Sobald dies der Fall ist - und nur wenn dies der Fall ist - könnte eine Person überhaupt auf die Idee kommen, ein selbst produziertes Gut A gegen ein, von einer anderen Person produziertes, Gut B einzutauschen.
Dennoch könnte man sich vorstellen, das es nicht zur Aufteilung von Arbeit kommen muss, wenn Unterschiede existieren. Man könnte trotzdem versuchen alles was man benötigt selbst herzustellen.
Soziologen und Psychologen versuchen das aufkommen von Arbeitsteilung mit einer uns zugrundeliegenden Sympathie für andere, oder einem "Instinkt zum Tauschhandel" zu erklären. Die einfachste Erklärung, da sie mit den wenigsten Annahmen auskommt, formulierte allerdings Ludwig von Mises. Selbst wenn wir annehmen das jeder jeden hasst, könnte man noch immer Erklären, wieso es zu Arbeitsteilung kommt (Nationalökonomie, 1940, S. 129).

Wenn und insoweit arbeitsteilig verrichtete Arbeit ergiebiger ist als Einzelarbeit und wenn und insoweit diese Tatsache von den Menschen erkannt wird, drängt das Handeln zur Vergesellschaftung und zwar zu fortschreitender Vergesellschaftung, nicht aus geheimnisvollem, unerklärbarem Trieb, sondern aus dem Wesen des Handelns selbst. Die Erfahrung lehrt uns, dass die Bedingung - höhere Ergiebigkeit der arbeitsteilig verrichteten Arbeit - gegeben ist, weil ihre Voraussetzungen - ungleiche Begabung der Menschen und ungleiche Eignung der verschiedenen Punkte der bewohnbaren Teile der Erde für die Erzeugung der verschiedenen Güter - gegeben sind. So vermögen wir das Werden und das Fortschreiten gesellschaftlicher Bindung zu begreifen.

Wir können sogar davon ausgehen, das es selbst dann zu Arbeitsteilung kommen würde, wenn Person A Person B in allen belangen überlegen wäre. Die einzige Annahme die es dazu braucht ist Eigennutz und die Tatsache, dass Zeit rar ist. Jeffrey Tucker erklärt dies in seinem Artikel "Cooperation: How a Free Market Benefits Everyone", in dem er sich unter anderem auf Mises und Murray Rothbard bezieht.

TauschhandelNun befinden wir uns also in einer Tauschwirtschaft, in der Individuen teilweise für sich selbst produzieren und teilweise um ein produziertes Gut gegen ein anderes Gut einzutauschen. Man wird allerdings praktisch sofort feststellen, dass es in einer Tauschwirtschaft ein fundamentales Problem gibt: Damit es zum Tausch kommt, muss A das besitzen, was B will und B wiederum muss das haben, was A braucht. Ist nur eine dieser beiden Voraussetzungen nicht gegeben, kann es offensichtlich nicht zum Tausch kommen.
Wenn wir annehmen, das es eine Art "Gewissheit"  für die Zukunft gibt - sprich jede Person kann die Wünsche jeder andere Person zu jedem Zeitpunkt perfekt vorhersagen - dann können wir davon ausgehen, dass zu jedem Zeitpunkt beide der oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Wir leben allerdings in keiner Welt der "perfekten Gewissheit", sondern in einer Welt, die durch Ungewissheit gekennzeichnet ist. In einer Welt der Ungewissheit ist es durchaus möglich, dass die oben genannten Fälle niemals eintreten, was bedeutet das es für Person A unmöglich wäre, die zum Tausch produzierten Güter auch wirklich zu tauschen.

Von diesem Punkt ausgehend kann man beginnen zu erklären, wie es zur Entstehung von Geld kommt. Geld ist die Lösung des bereits oben genannten Problems: Was können wir tun, wenn wir für den Tausch produziert haben, durch unsere produzierten Güter aber nicht das bekommen können, was wir brauchen.
Indirekter TauschhandelAlles was es in einer Tauschwirtschaft braucht, ist eine Person die erkennt, dass sie ein Gut C bekommt, indem sie das selbst produzierte Gut A zuerst gegen Gut B eintauscht, um dann schlussendlich B gegen C zu tauschen. B wird nun nicht mehr nur zum Eigenbedarf beziehungsweise zum direkten Tausch gebraucht, sondern auch zum indirekten Tausch. Dadurch steigt die Marktgängigkeit von B an. Das marktgängigste Gut, als das Gut, welches am Ende von allen als allgemein gebräuchliches Tauschmittel akzeptiert wird, ist das Geld. Hierbei ist anzumerken, das es nicht unbedingt ein einziges Gut geben muss, was am Ende zu Geld wird. Es ist durchaus vorstellbar, dass zwei oder mehr Güter als allgemein gebräuchliches Tauschmittel akzeptiert werden. Ein geschichtliches hierfür findet sich im Bimetallismus.
Ludwig von Mises erklärte dies, basierend auf Ideen Carl Mengers, wie folgt (Theorie des Geldes und der Umlaufmittel, 1912, S. 7):

So sind aus einem Bedürfnis des Verkehres heraus eine Reihe von Waren allmählich allgemein gebräuchliche Tauschmittel geworden. Der Kreis dieser Waren, der ursprünglich ein weiter und von Land zu Land verschieden war, verengte sich immer mehr. Es mußte das naturgemäße Bestreben eines jeden einzelnen der am Tauschverkehre beteiligten Individuen sein, die Waren, die es zu veräußern wünschte, sobald ein direkter Tausch ausgeschlossen schien, nicht nur gegen absatzfähigere Güter überhaupt, sondern womöglich gegen die absatzfähigsten und unter diesen wieder gegen das absatzfähigste Gut zu vertauschen. Je großer die Marktgängigkeit des im indirekten Tausche zunächst erworbenen Gutes war, desto großer wurde die Aussicht, das angestrebte Endziel ohne weitere Umwege erreichen zu können. So mußte es denn geschehen, daß aus der Reihe der marktgängigeren Güter, welche als Tauschmittel verwendet wurden, allmählich die weniger marktgängigen ausgeschieden wurden, bis zuletzt nur mehr ein einziges Gut übrig blieb, welches allgemein als Tauschmittel gebraucht wurde: das Geld.

Wirtschaftstheorie kann nicht vorhersagen, welches Gut am Ende zu Geld wird, sie kann allerdings vorhersagen, welche Charakteristiken ein Gut haben oder nicht haben muss, um die wahrscheinlich das es zum allgemein gebräuchlichen Tauschmittel wird zu vergrößern beziehungsweise zu verkleinern. Das Gut, welches am Ende zu Geld wird, wird wahrscheinlich die folgenden Charakteristiken besitzen:

  • Teilbarkeit
  • leicht transportierbar
  • leicht erkennbar

Diese Eigenschaften werden offensichtlich von manchen Gütern besser erfüllt, als von anderen. In manchen Lehrbüchern findet sich als Beispiel - für die Entstehung von Geld - ein Gefängnis in dem Zigaretten zum Gut mit der höchsten Marktgängigkeit werden. Für jeden sollten sofort erkennbar sein, dass Zigaretten die oben genannten Charakteristiken zu einem gewissen Grad erfüllen: Sie können aufgeteilt werden, sie sind leicht und sie sind leicht erkennbar.

Da Geld - beziehungsweise das Gut, welches zu Geld wird - entweder ein wertvolles Gebrauchs- oder Erzeugergut sein muss (aufgrund der hohen Marktgängigkeit), können wir umgekehrt sagen, dass billige oder wenig bis gar nicht wertvolle Güter nicht zu Geld werden können.
Nun stellt sich die Frage: Kann Papier zu Geld werden? Und die Antwort ist natürlich nein, Papier könnte vom freien Markt niemals zum allgemein gebräuchlichen Tauschmittel gemacht werden. Aber warum ist das so? Folgendes Beispiel: Stellen wir uns vor B besitzt etwas, was A gerne haben möchte. A besitzt aber nichts, was er gegen das Gut von B eintauschen könnte, also kommt er auf die großartige Idee ein Stück Papier zu nehmen, 10 Euro drauf zu schreiben und es B zum Tausch gegen sein Gut vorzuschlagen. Kommt es zum Tausch? Nein. Würde es zum Tausch kommen, wenn A zwei weitere Nullen auf das Papierstück schreibt? Nein.
Zu beginn muss Geld also ein Gut mit Wert und einer hohen Marktgängigkeit sein. Wie Papier zu Geld werden kann, werden wir in einem späteren Artikel noch sehen.

Quellen