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Hugo Chávez entlarvt (Teil 4)

May 26th, 2008

Hugo und die UNASUR

Die Union Südamerikanischer Nationen ist eine Staatengemeinschaft der 12 südamerikanischen Staaten. Der Gründungsvertrag wurde am 23. Mai 2008 in Brasilia unterzeichnet. Bei den 12 Mitgliedsstaaten handelt es sich um Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Paraguay, Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela.

Der Subkontinent werde dank der neuen Integrationsbemühungen einen «riesigen Sprung in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung» machen, versicherte er (Luiz Inácio Lula da Silva)

Schreibt man bei den Financial Times Deutschland, und es ist wahr: Diese Union kann ein großer Schritt für eine segensreiche Zukunft auf diesem Kontinent werden, denn Potenzen und Partner sind vorhanden. Nun müssen nur noch Konzepte und handlungsfähige Strukturen geschaffen werden.

Es stellt sich allerdings die berechtigte Frage wie die Einbindung Kolumbiens zum Vorteil genutzt werden kann. Denn bereits jetzt schießt Uribe quer. Der geplanten gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik steht der kolumbianische Präsident kritisch gegenüber, was dann auch dazu führte das Kolumbien am vergangenen Mittwoch erklärte diesem “Sicherheitsrat” nicht beitreten zu wollen. Allerdings soll dieses Thema während eines weiteren Gipfels ausgearbeitet werden und dann, falls es soweit kommt, auch ohne Kolumbien unterzeichnet werden, da es dafür einen breiten Konsens gibt.

Aber sind wir doch mal ehrlich, hätte man von der amerikanischen Puppe Uribe etwas anderes erwartet? Derzeit steht doch alles auf Eskalation: kolumbianische Truppen überschreiten kontinuierlich die ecuadorianischen beziehungsweise venezolanischen Grenzen, amerikanische Flugzeuge auf Abwegen usw. (siehe)
Führt man sich jetzt noch vor Augen das Bogotá alleine im letzten Jahr ca. 727 Millionen US-Dollar Militärhilfe aus Washington erhielt, dann wird Kolumbiens Haltung nochmals deutlicher. (siehe)
Die kolumbianische Staatsführung ist de facto die letzte wirklich US-nahe in dieser Region.

Auch wenn die UNASUR nach dem Vorbild der Europäischen Union gestaltet werden soll, scheint sie nichts mit der EUCCP gemeinsam zu haben, denn die UNASUR kann wirklich ein Segen werden - sofern sie sich nicht instrumentalisieren lässt.

Übrigens scheint man sich in Washington wirklich zu fürchten, denn - wie bereits gesagt - ist eigentlich nur noch Kolumbien US-nah. Die restlichen Mitgliedsstaaten scheinen sich mehr und mehr gegen das US-Imperium zu wenden.
Bezeichnend für die Furcht ist, dass die 4. US-Flotte wieder ausgegraben wird. Diese wurde im Jahr 1943 zur Bekämpfung der Nazi-Unterseeboote und zum Schutz der Schifffahrt während des Zweiten Weltkrieges gegründet und 1950 wieder außer Betrieb genommen, da sie überflüssig geworden war. (siehe)
Neues Ziel ist es:

Den Terrorismus und solche unerlaubten Tätigkeiten wie den Drogenhandel zu bekämpfen

Hört sich irgendwie nett an. Terrorismus, der  meistens von den Amerikanern “gemacht wird”, und Drogenhandel, in den die USA tief verwickelt sind, werden als Gründe vorgeschoben. In Wirklichkeit will man nur eine klare Botschaft an die Region (und vorallem Venezuela) übermitteln.
Die Botschaft an Chávez wird dabei noch durch einen möglichen vierten US-Militärstützpunkt in La Guajira verstärkt, denn La Guajira liegt praktisch direkt vor Hugos Nase. (siehe)

So gesehen tun also alle Lateinamerikanischen Staaten gut daran, sich in einer solchen Union zusammenzufinden, denn amerikanische “Aggressionen” gegenüber diesem Kontinent sind praktisch schon vorprogrammiert. Spätestens seitdem sich immer mehr Regierungen von den USA abwenden beziehungsweise entfernen.
Hoffen wir also das die UNASUR nicht solche Züge wie die EU annimmt. 

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